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Auch in diesem Jahr haben wir vom Kindergottesdienst-Team mit den Ki-Go-Kindern im Senioren-Wohnheim der AWO einen Erntedankgottesdienst gefeiert.  

Unsere große Handpuppe „Susi Immer-froh“, die sonntags sonst die Kinder begrüßt, war mit dabei. Es ging um die unglaubliche Geschichte von Noah und der Arche, die Rettung der Menschheit und den Regenbogen. Udo Hammerschmidt spielte Noah und begleitete die Lieder, das KigoTeam war seine Familie; als Tiere der Arche waren mitgebrachte Stofftiere überall im Raum verteilt. Auf dem Altartisch standen die Erntedankkörbchen der Kinder, aber auch Tränen der Trauer (Krieg, Streit, Hunger, Armut, Naturkatastrophen) waren angebracht. Pfarrer Daum bekräftigte in seiner Ansprache Gottes Zusage, die heute noch gilt; Gott lässt uns nicht allein. Dann  verteilten die Kinder an die Heimbewohner ihre mitgebrachten Erntedankgaben. Als Erinnerung an die Noah-Geschichte gaben sie jedem Anwesenden ein Kärtchen mit dem Spruch: Ein bunter Regenbogen ist übers Land gezogen,
damit ihr`s alle wisst, dass Gott uns nicht vergisst






Viele Wochen Probe für Kantorei, Band Crosslight und Posaunenchor, dann anderthalb konzentrierte Tage in St. Stephan, bis die rd. 20 Stücke für die neue Benefiz-CD zugunsten der Renovierung von St. Michael eingespielt waren.  So ist rechtzeitig zu Weihnachten ein unverwechselbares Weidenberger Musik-Geschenk entstanden, mit dem man sich selbst und anderen viel Freude machen kann.  

Über Stunden hinweg volle Kon-zentration, - denn die acht im Kirchenraum verteilten Mikrofone halten erbarmungslos jeden kleinen Fehler, jedes unpassende Nebengeräusch,  fest. Dann Unterbrechung, - denn auch der feine Regen draußen wäre hörbar. Schließlich gemeinsa-mes Aufatmen der Musikanten und ihrer Dirigenten Claus und Christine Hammer. Die drei Musik-Gruppen der Weidenberger  Kirchengemeinde  haben ihre „Highlights“ im Kasten. Das umfangreiche Equipment aus Elek-tronik und Instrumenten wird abgebaut und bei Dunkelheit verladen. Dann folgt die sensible Schneidearbeit des rundfunkerprobten Tonmeisters Martin Wenzel, der schon seit dreißig Jahren neben seinem Beruf als Bamberger Bezirkskantor Musik aufnimmt. Nun hoffen alle auf eine große Nachfrage. Denn der Erlös ist für St. Michael bestimmt.  

Bezirkskantor Martin Wenzel bei der Aufnahme mit dem Posaunenchor




Ja, damals … — eine November-Geschichte:  


Vor genau einem Jahr starb in Selb der berühmte Tenor Peter Hofmann. Über 15 Jahre lang hatte Hofmann tapfer gegen seine Parkinson-Erkrankung angekämpft. Einst hatte dieser sportliche Sänger und Rebell in Bayreuth und auf anderen Weltbühnen als „schönster Lohengrin der Operngeschichte“, als Siegmund, Parzival und Stolzing Triumphe gefeiert. Im August 1983 hatte er ausgerechnet in der evangelischen Kirche St. Michael in Weidenberg seine junge, bildhübsche amerikanische Kollegin Deborah Sasson in einer Traumhochzeit geheiratet und seinen Wohnsitz in Schloss Schönreuth bei Kemnath genommen. Trotz seiner Krankheit, die sich bereits 1994 abzeichnete, hatte er als „Phantom der Oper“ auch viele Musical-Freunde beglückt. Als die Nachricht von seinem Tod durch die Medien ging, trauerten in Weidenberg viele Menschen ehrlich. Hofmanns Märchenhochzeit im kleinen  Marktflecken stand ihnen noch vor Augen. Unser Frankenpfälzer Gemeindeglied Johanna Pufke aus Kirmsees erinnert sich:     

Tagelang gab es in Weidenberg Ende August 1983 nur ein Thema: die Traumhochzeit von Peter Hofmann und Debbie Sasson. Und dann war es soweit, die Sonne mein-te es gut. Und so war gegen Mittag am oberen Markt rund um die St. Mi-chaelskirche schon ein ganz schöner Menschenauflauf. Auch ich habe mich für dieses Ereignis mit meinem damals siebenjährigen Sohn aufge-macht. Ich sah unter vielen anderen auch Elisabeth Küfner, die „Zerren-ners-Liesel“, die damals bei Pfarrer Schadeberg im Haushalt war. Wenn ich mich recht erinnere, sollte die Trauung um 14:30 Uhr sein. Bereits um 12 Uhr haben wir in der Kirche Stellung bezogen, und zwar auf der Treppe zur ersten Empore. Einge-zwängt von lauter Neugierigen konnte man gar nicht umfallen. So harrten wir über zwei Stunden bis zu diesem Ereignis aus. Unter den Gästen waren natürlich viele bekannte Prominente dieser Generation, z.B. der Radrennfahrer Rudi Altig, der dem Brautpaar dann ein Tandem schenkte, oder die ehemalige Paarlaufweltmeisterin Marika Kilius. Als der damals schon sehr beliebte Entertainer Thomas Gottschalk die Kirche betrat, kam es fast zu einem Eklat: Viele Weidenberger klatschten spontan Beifall und tram-pelten mit den Füßen, und Pfarrer Michael Schadeberg blickte recht irritiert und missgestimmt drein. Es war dann doch eine schöne Feier mit einem ernst gemeinten Ja-Wort des Brautpaares: „Ja, mit Gottes Hilfe“-. Die Weidenberger genossen so viel Prominenz. In der Kollekte sollen damals waren freilich nur 28,- DM eingelegt worden sein. Schade, dass dann die Ehe dieser Stars trotz ehrlicher beiderseitiger Bemühungen doch nicht glücklich über das kritische siebte Jahr hinausgekommen ist. Die beiden haben sich 1990 getrennt, es dann acht Wochen nach der Scheidung noch einmal miteinander probiert, aber schließlich doch aufgegeben. Sie gingen aber ohne Bitterkeit auseinander und hiel-ten Kontakt. Und so kam es, dass Debbie Sasson bei Peter Hofmanns Beerdigung vor einem Jahr in Wun-siedel zu Anfang der Feier Mozarts „Ave verum“ sang und später wäh-rend der Trauerfeier erklärte: „Er war einer der genialsten Menschen, die ich je getroffen habe. Er war ein gro-ßer Künstler, ein tapferer Kämpfer und auch ein kleiner Revoluzzer … Gegen diese tückische Krankheit kämpfte er mit allen Mitteln an, aber vielleicht spürte er auch das erste Mal in seinem Leben, dass man nicht jeden Kampf gewinnen kann.“ Danach sang sie noch „Scarborough Fair“ von Simon and Garfunkel. Für die Weidenberger war die Trauung dieser Prominenten in ihrem Ort ein einmaliges historisches Erlebnis, insbesondere für die Sudetendeutschen, deren Landsmann Hofmann war. Es erfuhr noch seine Fortsetzung dadurch, dass Peter Hofmann später bei Gottschalks „Wetten dass“ seine Wette verloren hat. Als Preis hatte er versprochen, bei einer Hochzeit in Weidenberg zu singen. Er hat dieses Verspre-chen auch treu erfüllt. Die Glückliche war die Tochter aus der Metzgerei Pöhlmann vom Untermarkt. Auch dem Burschenverein Concordia wird Hofmann in Erinnerung bleiben; sie haben ihn damals zum „Ehrenburschen“ ernannt.